veganfach 2012

Kurze Anmerkung: Letzten Samstag war ich übrigens mit meiner Ma und Denise (einer ehemaligen Kollegin meiner Ma) auf der „veganfach“ Messe in Essen.

Ich habe dort weder fotografiert noch hier einen Bericht darüber geschrieben, da es mir an dem Tag überhaupt nicht gut ging.
Hatte eine fette Erkältung und lag auch am Sonntag den ganzen Tag mit Fieber im Bett.
Wäre ich nicht mit den beiden dort verabredet gewesen, wäre ich wahrscheinlich auch nicht hingefahren.

Dennoch möchte ich das hier „tagebuchmäßig“ kurz festhalten.

Ich konnte den Tag nicht wirklich genießen, aber ich glaube, die Messe war schon schön.
Viele nette Leute, bekannte und unbekannte Aussteller. Essen, Geräte, Kleidung, Bücher und einige Vorträge (über die ich gerne im Vorfeld informiert gewesen wäre, am besten mit Zeitplan).

Ich hatte einige Kritikpunkte, aber die habe ich der „veganen Gesellschaft“ schon auf Facebook mitgeteilt. Mein Kommentar verschwand zwar auf mysteriöse Art und Weise, aber egal.

Ich werde die nächste veganfach jedenfalls gerne wieder besuchen.

Ach, eines noch, was mir extrem aufgefallen ist:
Es scheint zwei, nein drei „Lager“ der Veganer zu geben:

Zum einen die „Emo“-Veganer, ich nenne die so, weil sie oft wie typische „Emos“ aussehen. Oder wahlweise wie schrille Manga-Figuren. Das sind 15-25-jährige Youngster, die es unglaublich angesagt finden, vegan zu leben. Je schriller, desto besser. Gerne auch mit wasserstoffgebleichten, schwarzen oder pink gefärbten Haaren und möglichst vielen Tattoos. Sie stehen auf vegane „Ersatzprodukte“ und bunte Törtchen.
Nicht so meine Welt.

Dann auf der anderen Seite, die Ober-Ökos. Meist jenseits der 45. Alte Schule. Vermutlich 90% Rohköstler. Hardcore. Schiefe Blicke in Richtung meiner Lederschuhe, die ich nicht wegwerfe, sondern noch auftrage. So ungefähr.
Hier muss alles 100% bio sein und wer nicht mitmacht, wird eben beäugt.

Und dann solche wie meine Ma, Denise und mich. Würde ich jetzt mal als „Normalos“ bezeichnen, die einfach gesund leben und Tieren durch ihren Lebensstil Leid ersparen wollen, ohne dabei militant aufklären zu wollen, einfach nur für sich selbst ihr Ding durchziehen möchten, dabei bestimmt noch viele „Fehler“ machen, es aber so gut versuchen wie sie es eben schaffen.
Die waren aber auf der Messe eher die Minderheit. Fand ich.

Welcher Typ seid Ihr?

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8 Kommentare zu “veganfach 2012

  1. ui, ich weiß gar nicht welcher typ ich bin. ober-öko nicht. aber schon ökisch unterwegs denk ich. ich hab aber auch lederschuhe die ich jetzt nicht wegwerfe und ein schaffell im wohnzimmer. tja.. ich werd wohl auch eher so ein mittelding sein. so schubladen mag ich gar nicht. soll doch jeder so machen wie er das gerne möchte. ich verurteile da niemanden. aber klar, wenn viele auf einen haufen kommen, sieht man sicherlich unterschiedliche „typen“… ist ja irgendwie auch interessant. schade das wir hier so am arsch der welt wohnen, ne vegane messe… oje, da müssen denk ich noch viele jahre vergehen… schade schade… ist das doch wirklich eine tolle lebenseinstellung!

    • Ja, das hab ich befürchtet, dass das jetzt so rüberkommt, als würde ich alle Leute in Schubladen pressen. ;) Natürlich nicht.
      Aber, genau, da auf der Messe fiel mir das einfach sehr auf.
      Klar, ich hab auch von allem etwas. Ich versuche jetzt schon, sehr genau nach veganen Sachen zu gucken, aber eben- wegschmeissen würde ich deswegen nichts. Habe aber schon ein paar Lebensmittel verschenkt deswegen.
      Würde mich wohl ähnlich sehen wie Du dich… „leicht ökig“ trifft es gut. Man versucht es halt so gut es geht, aber wenn es mal nicht 100% ist – auch okay. ;) Und ich will auf keinen Fall eine sein, wo meine Schüler mit dem Finger hinterherzeigen: „Guck mal die Öko-Tante!“. Buah!

      • nein nein keine sorge, so kams nicht bei mir an. hab ich mich vielleicht etwas falsch ausgedrückt.

        öko-tante find ich als kompliment, ich würd mich freuen wenn das jemand über mich sagt. aber mir gefällt einfach diese komplette lebenseinstellung… wenn das mal nur so einfach im alltag zu integrieren wäre. allein wenn ich daran denk, ich hier im büro mit dreads (mein traum) … oje… das würd wohl nicht klappen!

      • In was für einem Büro arbeitest Du denn eigentlich?
        Dreads find ich auch cool. Mir würde das aber leider nicht stehen.
        Ist als Musikerin auch so eine Sache, würde theoretisch aber gehen.
        Also, für mich ist Öko-Tante eine alternde Tante, die knöchern aussieht und in Birkenstock-Latschen durch die Gegend watschelt und jedem der es nicht hören will, Vorträge über Umweltschutz und gesunde Ernährung hält… so will ich auf keinen Fall sein. ;)

  2. Hihi, ist ja lustig. Ich habe das auch so erlebt, wie du schreibst Imke. Allerdings glaube ich hat die Einstellung nicht immer was damit zu tun, wie man aussieht. Aber das es verschiedene Gründe gibt, warum jemand vegan lebt ist sicher richtig. Mir gefallen am wenigsten die, die das nur machen, weil es grade IN ist und sie meinen dadurch abzunehmen oder so. Aber besser, als wenn sie sich gar nicht interessieren und viele lernen dadurch vielleicht auch die Hintergründe besser kennen und verändern ihre Einstellung.
    Finde Dreads übrigens auch total super und habe eigentlich auch gar nichts gegen diesen „Öko“-Style, aber mache mir da auch immer mehr Gedanken über die Reaktionen der anderen. Da wird man dann gleich in diese Schublade gesteckt… “ Ach ja Dreads, Baumwollsachen… ach und dann noch Veganer…“ Aber eigentlich versuche ich einfach mein Ding zu machen und die Kommentare der anderen zu ignorieren.
    Am Wochenende war es auch sehr interessant, wie unsere Kunden auf die veganen Leckereien vom Cafe Micky & Molly reagiert haben, die an ihrem Bus natürlich auch Infomaterial hatten. Da ist mir mal wieder aufgefallen, wie wenig informiert die Menschen sind. Sie denken wirklich, nur weil sie Bio-Fleisch kaufen tun sie etwas Gutes und brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben. Für mich ist es da auch immer nicht so einfach nur da zu stehen und nichts zu sagen, vor allem wenn das Menschen sagen, mit denen man befreundet ist. Naja, versuche Stück für Stück einige etwas aufzuklären ohne großen Druck und ohne erhobenen Zeigefinger. Und ein veganer Tag pro Woche ist ja schon mal besser als keiner…

    • Ja, hast Du auch so gesehen? Das ist ja echt lustig. Ich glaube, da haben wir an dem Tag gar nicht drüber geredet, oder? (Ich war ja eh so verpeilt wegen der fetten Erkältung..)

      Ich habe auch eine Freundin, die sich ihren Fleischkonsum schönredet indem sie sagt: „Aber, wenn…“
      Ich finde es aber besser, die Leute kaufen wenigstens Bio und von kleinen Herstellern als wenn sie gar nicht drüber nachdenken, wo ihr Fleisch herkommt.

      Trotzdem. Ich beobachte oft, dass Leute sich ihr eigenes Leben schönreden. Bzw. ihr Verhalten.
      Und da muss ich mich echt auch beherrschen, mich zurückzuhalten mit Kommentaren.
      Man weiss ja, dass man damit nur das Gegenteil bezweckt. Dann ist man nämlich einer von diesen verkrampften, negative Stimmung machenden Veganern, die den Moralischen machen.
      Ich kann die Leute jetzt verstehen, die das machen, aber ich weiss auch, dass es vergeudete Energie ist. Damit wird man die Fleischesser nicht erreichen, sondern vergraulen.
      Die finden dann nämlich alles, was mit „vegan“ zu tun hat, nur furchtbar.

      Und ich darf auch gar nichts sagen. Ich habe ja selber jahrelang weggeguckt.
      Und das, obwohl mir die Tiere jahrelang leid taten.

      Die Beweggründe, warum jemand Veganer wird, sind mir total egal. Hauptsache, die Leute machen es. Und wenn es nur zum Abnehmen oder gesünder leben ist.
      Ist ja schonmal ein Anfang. ;) Und genau, wie du sagst… dann beschäftigt man sich früher oder später auch mit den Hintergründen…

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